Das nachfolgende Interview wurde uns freundlicherweise von der SG Blaubach-Diedelkopf zur Verfügung gestellt. Es war in der "SG Kicker Aktuell", der Stadionzeitung der SG abgedruckt.
Sascha, du gehst in die vierte Saison als Trainer bei der SG. Dies ist deine dritte Saison als A-Junioren Trainer (09/10 Trainer der 2. Mannschaft). Zweimal bereits konntest du deine Mannschaften im oberen Drittel platzieren (08/09, Platz 4 mit 45 Pkt., 10/11 erneut Platz 4 mit 49 Pkt.). In einem Interview mit der Rheinpfalz sprachst du davon die Mannschaft eventuell in die Regionalliga zu führen. Hat der Kader das Potenzial dazu? Dies wäre bereits der zweite Ausflug, nach dem Aufstieg 95/96, in die Regionalliga.
Sascha: Der Kader hat mit Sicherheit das Potential dazu, in dieser Liga vorne mitzuspielen. Allerdings hängt ein Aufstieg immer von vielen Faktoren ab. Zudem ist die Konkurrenz mit den Vereinen LSC Ludwigshafen, Schott Mainz sowie der SV Gonsenheim um nur mal einige zu nennen, rießengroß. Wir wollen über die gesamte Saison eine gute Rolle spielen und wenn wir zum Abschluss der Runde unter den ersten 3 Mannschaften stehen, haben wir alles richtig gemacht.
Ein großer Teil deines Kaders kommt aus der B1 Erfolgsmannschaft von Andy Baumgartner, die letzte Saison einen ganz starken 5. Platz in der Regionalliga hinterließen. Dazu kommt das du es geschafft hast Schlüsselspieler wie Felix Ruppenthal, als Torschützenkönig der A-Junioren Verbandsliga vergangene Saison, zu halten. Ist das der bis dato stärkste U 19-Kader den du trainiert hast?
Sascha: Der Mannschaftskader für diese Saison setzt sich aus 12 Spielern des älteren Jahrgangs sowie 9 Spielern des jüngeren Jahrgangs zusammen. Ich denke vor der Runde wurde sehr gute Arbeit geleistet, indem alle Leistungsträger beider Mannschaften gehalten werden konnten. Vorteil von dem Mannschaftskader in dieser Saison ist mit Sicherheit die Ausgeglichenheit der Spieler sowie die Besetzung der einzelnen Positionen.
Neben den taktischen Anweisungen beim Training sieht man dich auch immer wieder mit den Spieler kommunizieren. Du bist ja auch schon länger im Trainergeschäft und kannst somit auch Vergleiche aus der Vergangenheit ziehen. Wie war das bei dir früher, als du noch aktiv warst? Interimscoach Timo Gotthardt, sowie Stefan Schehl suchten/suchen die Kommunikation. Auch im Profifussball hört man heraus das die Spieler diese Gespräche schätzen und auch brauchen. Hat die Kommunikation an Wichtigkeit im Traineramt gewonnen?
Sascha: Eine gute Kommunikation auf dem Platz, sowie außerhalb des Spielfeldes ist eines der wichtigsten Faktoren im heutigen Fussball.
Ich denke das war früher das gleiche wie heute auch. Zu einer guten Kommunikation gehört ein nehmen und geben wobei jeder Trainer und Spieler ein gemeinsames Ziel verfolgen sollten.
Egal ob in deinem Amt als 1b Trainer oder A-Junioren Trainer, deine Interpretation des Übungsleiters, steht dem eines Profi-Trainers in nichts nach. Du verpflichtest Spieler, besorgst Sponsoren, engagierst Helfer für deinen Trainerstab usw. Also ein Vorzeigetrainer wie in sich jeder Verein wünscht. Mangelt es dir an Unterstützung von Vereinsseite oder siehst du es zu deinem Aufgabenbereich zugehörig?
Sascha: Meine Einstellung ist es, wenn ich was mache, dann mache ich es 100 %. Bevor man etwas haben möchte muss man manchmal zuerst etwas geben. Bevor ich gute Spieler haben will, muss ich Gespräche führen um sie zu überzeugen bei einem Verein zu bleiben. Ein Argument war, dass ich sie sportlich sowie menschlich weiter bringen will. Sponsoren waren notwendig um die Mannschaft so auszustatten, um den Verein nach außen sowie gegenüber anderen großen Vereinen positiv zu präsentieren. Mit meinem Betreuerstab Theo Horbach, Arno Keller sowie Heiko Fickert haben wir ein Team von dem die Jung´s sehr gut betreut werden. Die Unterstützung von Vereinsseite ist sicherlich so wie sie sich im Moment gestaltet nicht zu aller Zufriedenheit. Da wir uns aber gerade jetzt mit unserem Verein in einer schwierigen Gesamtsituation befinden, denke ich sollte jeder einzelne, der ein großes Interesse an der SG hat mit anpacken und seine eigenen Ansprüche etwas hinten anstellen.
Trotz der akribischen Suche nach einem zweiten Schlussmann blieb man ohne Erfolg. Somit steht dir mit Robert Lehmann lediglich ein Torwart zur Verfügung, da die beiden aus der B1 gekommenen Torhüter den Verein verliessen. Mit welchen Bauchschmerzen bist du in die Saison gestartet, dass sich Robert nicht verletzt?
Sascha: Ich habe vor der Saison mit mehreren Torhütern intensive Gespräche geführt. Zwei davon waren bei uns im Training und einer hatte sogar schon unterschrieben. Leider hat er sich dann 3 Tage vor Wechselfrist noch mal aus beruflichen Gründen für seinen ehemaligen Verein entschieden. In der kurzen Zeit war es dann nicht mehr möglich einen Torhüter zu verpflichten. Wichtig war es mir auch einen Torhüter im jüngeren Jahrgang zu verpflichten, der ab der nächsten Saison in die Fußstapfen von Robert treten kann. Die Bauchschmerzen halten sich im Rahmen, allerdings werde ich im Winter mich noch mal um einen weiteren Torhüter bemühen.
Bleiben wir mal bei Robert. Er gilt als Riesentalent und hat der Mannschaft schon einige Punkte festgehalten. Woran muss er noch arbeiten? Körperlich bringt er ja fast alle Vorraussetzungen mit.
Sascha: Robert ist ein sehr talentierter sowie ergeiziger Torhüter und wir sind sehr froh, dass wir ihn bei der SG haben. Für sein Alter ist er mental schon sehr weit fortgeschritten. Durch wöchentliches Torhütertraining wird er sehr gut gefördert, so dass er regelmäßig sein Torhüterspiel im gesamten verbessert.
Im Prinzip hast du einige Talente im Kader: Ruppenthal, Weston, Altmeyer oder Szöllözi um nur mal einige zu nennen. Traust du ihnen auf Anhieb den Durchbruch im Verbandsligakader zu, zumal der Verbleib in der Verbandsliga die Vorraussetzung wäre?
Sascha: Alle meine Spieler besitzen ein Riesentalent und spielen bereits in ihrer Altersklasse in der Verbandsliga/ Südwest auf einem hohen Niveau.
Der eine wird sicherlich schneller den Sprung schaffen als der andere. Wichtig wird es sein, weiter an ihrem Talent zu arbeiten und die Geduld aufzubringen, wenn der Durchbruch auf Anhieb nicht gelingt.
Eine grosse Diskussion kommt immer wieder auf, wenn der Verein auf einheimische Spieler angesprochen wird. Mit Reiser, Sooß und Fickert befinden sich immerhin drei Akteure in deinem Kader die aus Blaubach, bzw. Kusel kommen. Gibt es zu wenig gute Spieler aus der näheren Umgebung denen man die Verbandsliga zutraut, oder worin liegt das Problem?
Sascha: In meinem aktuellen Mannschaftskader befinden sich 12 Spieler die im Kreis Kusel wohnen. Als Verein wird es immer schwieriger Spieler zu verpflichten. Ein Grund hierfür ist, weil andere Vereine auch eine gute Jugendarbeit machen und der zeitliche Aufwand in dieser Liga zu spielen schon sehr groß ist. Neben 3 mal Training plus Spiel am Wochenende kommt der schulische Aufwand sowie auch schon die berufliche Ausbildung bei jedem Spieler hinzu.
Der Verein sieht in Zukunft vor, das man ab der C-Jugend damit anfängt sich auf ein Spielsystem festzulegen, sodass sich die Jahrgangsältesten beim verlassen der A-Jugend nahtlos im System der Aktiven integrieren können. Aktuell wäre dann bei der A-Jugend ein 4-2-3-1 System zu spielen, wie es die Mannschaft von Stefan Schehl spielt. Könntest du dir vorstellen das diese Vorgabe Sinn macht?
Sascha: Das beste Spielsystem auf dem Papier bringt nichts, wenn du nicht die Spieler hast, die das ganze auf dem Spielfeld umsetzen können. Ich habe mit dem o.g. Spielsystem schon in der letzten Saison erfolgreich gespielt und spiele auch in dieser Saison dieses Spielsystem, weil ich die Spieler hierfür habe. Sollte ich zu einem gewissen Zeitpunkt das Gefühl haben, ich müsste mein Spielsystem umstellen z.B. 4-4-2 habe ich damit keine Probleme. Wichtig ist immer das die Mannschaft guten und erfolgreichen Fußball spielt.
Von der Vorgabe her, wäre es natürlich eine gute Sache, wenn man dies umsetzen und ab der C-Jugend praktizieren könnte.
Am Ende des Interviews möchten wir natürlich gerne wissen, wo siehst du am Saisonende deine Mannschaft stehen und wo landet die 1. Mannschaft.
Sascha: Bei meiner Mannschaft hoffe ich, dass wir uns zum Ende der Saison unter den ersten 3 Mannschaften platzieren. Dies ist ein weiter Weg, aber ich sowie meine Mannschaft haben uns dieses Ziel gesteckt und wollen alles daran setzen dies auch zu verwirklichen. Bei der ersten Mannschaft wird es mit Sicherheit aufgrund der dünnen Personaldecke eine ganz schwierige Saison. Doch das Spiel gegen Hohenecken hat gezeigt, zu was die Mannschaft im Stande ist zu leisten. Ich denke Stefan Schehl leistet eine sehr gute Arbeit und wird mit seiner Mannschaft alles daran setzen um den Ligaverbleib zu erreichen. Dadurch könnte man meine jetzigen Spieler vom älteren Jahrgang auch sicherlich leichter an die SG für die weiteren Jahre binden.
Die Redaktion des SG KA bedankt sich ganz herzlich das du dir die Zeit genommen hast uns Rede und Antwort zu stehen und wünscht dir eine erfolgreiche Saison 11/12.